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Just Whisky Hamburg 2025: Eine Messe für Gespräche, Entdeckungen und den eigenen Whiskyweg

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Ein persönlicher Rückblick auf die Just Whisky Hamburg am 5. und 6. Dezember 2025 im Bürgerhaus Wilhelmsburg.

Die Just Whisky Hamburg fand 2025 erstmals in der Adventszeit statt. Am 5. und 6. Dezember verwandelte sich das Bürgerhaus Wilhelmsburg in einen Treffpunkt für Whiskyfreunde, unabhängige Abfüller, Händler und Brennereien. Neben den Messeständen gehörten Tastings, Livemusik und ein gastronomisches Angebot zum Programm.

Eine Whiskymesse mit überschaubarem Format

Große Spirituosenmessen können schnell überwältigend wirken. Hunderte Flaschen, zahlreiche Marken und dicht gefüllte Hallen führen leicht dazu, dass man irgendwann mehr konsumiert als entdeckt. Die Just Whisky Hamburg verfolgt einen anderen Ansatz.

Das Bürgerhaus Wilhelmsburg ist keine riesige Messehalle. Gerade darin liegt für mich ein wesentlicher Teil ihres Reizes. Die Veranstaltung wirkt überschaubar und persönlich. Man kann sich zunächst orientieren, eine Runde durch den Saal drehen und anschließend gezielt zu den Ständen zurückkehren, die das eigene Interesse geweckt haben.

Der Veranstalter beschreibt die Messe selbst als Begegnungsort für Einsteiger und erfahrene Whiskyfreunde. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die angebotenen Abfüllungen, sondern ausdrücklich auch der Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern. Das war für mich tatsächlich der prägende Eindruck des Tages.

Weniger abhaken, mehr verstehen

Natürlich geht es auf einer Whiskymesse auch ums Probieren. Trotzdem wollte ich die Just Whisky nicht als möglichst umfangreiches Tasting betrachten. Mein Ziel war nicht, am Ende des Besuchs eine lange Liste verkosteter Whiskys vorweisen zu können.

Interessanter war für mich die Frage, was hinter den Abfüllungen steckt: Wer hat ein Fass ausgewählt? Warum wurde gerade dieses Finish verwendet? Welche Vorstellung hatte der Abfüller vom fertigen Whisky? Und wie unterscheidet sich diese Vorstellung von dem, was am Ende tatsächlich im Glas gelandet ist?

Gerade unabhängige Abfüller machen deutlich, dass Whisky weit mehr ist als der Name einer Brennerei und eine Altersangabe. Fassauswahl, Reifung, Alkoholstärke und der Zeitpunkt der Abfüllung können den Charakter eines Whiskys erheblich verändern. Ein Gespräch am Stand vermittelt darüber häufig mehr als die reine Verkostungsnotiz.

Zwischen Schottland, Deutschland und der internationalen Whiskywelt

Die Auswahl der Just Whisky beschränkte sich nicht auf klassischen Scotch. Zum Konzept der Messe gehören neben schottischen Single Malts unter anderem Irish Whiskey, internationale Abfüllungen und Whisky aus deutschen Brennereien. Damit bietet sie eine gute Gelegenheit, den gewohnten geschmacklichen Rahmen zu verlassen.

Ich selbst lande häufig bei Whiskys mit deutlichem Fasseinfluss. Sherry, Portwein oder andere Süßweinfässer dürfen sich bemerkbar machen, solange der Whisky darunter nicht vollständig verschwindet. Bei rauchigen Abfüllungen bevorzuge ich eher warmen Lagerfeuerrauch als medizinische oder stark maritime Noten.

Eine Messe ist für solche Vorlieben ein guter Realitätscheck. Manche Abfüllung bestätigt genau das, was man ohnehin zu mögen glaubt. Andere zeigt, dass einfache Kategorien wie „süß“, „rauchig“ oder „fruchtig“ nur begrenzt weiterhelfen. Ein Whisky kann auf dem Papier perfekt zum eigenen Geschmack passen und trotzdem wenig auslösen. Ein anderer liegt außerhalb des üblichen Beuteschemas und bleibt gerade deshalb in Erinnerung.

Zu meinen interessantesten Drams des Tages gehörten ein 15 Jahre alter Auchentoshan mit Finish im First Fill Tawny Port von Whisky Warehouse No.8 und die Messeabfüllung von Dram Way, ein 14 Jahre alter Single Malt mit Nachreifung in einem Refill-Mavrodaphne-Fass. Von beiden Flaschen habe ich mir eine mit nach Hause gebracht

Die Menschen hinter dem Whisky

Mein stärkster Eindruck von der Just Whisky 2025 betrifft nicht eine einzelne Flasche. Es waren die Gespräche.

Auf einer gut gemachten Whiskymesse begegnet man Menschen, die nicht einfach nur ein Produkt verkaufen wollen. Viele Aussteller beschäftigen sich seit Jahren mit Brennereien, Fässern und Aromen. Hinter einer kleinen unabhängigen Abfüllung steckt häufig eine sehr persönliche Entscheidung: Jemand hat ein Fass entdeckt, über längere Zeit begleitet und schließlich beschlossen, dass nun der richtige Moment für die Abfüllung gekommen ist.

Diese Begeisterung überträgt sich. Nicht jeder Whisky muss dabei den eigenen Geschmack treffen. Ein gutes Gespräch bleibt trotzdem wertvoll. Es hilft dabei, die eigene Wahrnehmung einzuordnen und Whisky nicht nur als Getränk, sondern als Zusammenspiel von Handwerk, Zeit, Rohstoffen und persönlichen Entscheidungen zu verstehen.

Livemusik: passend, aber nicht der Mittelpunkt

Zur Just Whisky gehört traditionell auch ein musikalisches Rahmenprogramm. Mit Folk- und Rockmusik soll eine ungezwungene Atmosphäre entstehen, die zur Veranstaltung passt und sie von einer nüchternen Verkaufsausstellung abhebt.

Für mich funktioniert Musik auf einer Whiskymesse dann am besten, wenn sie den Raum begleitet, ohne die Gespräche zu überlagern. Schließlich möchte man den Menschen hinter einem Stand zuhören können. Insgesamt unterstützt das kulturelle Programm aber den Eindruck, dass die Just Whisky nicht ausschließlich eine Fach- oder Verkaufsmesse sein möchte. Sie versteht sich auch als gemeinsames Whiskywochenende.

Was mir weniger gut gefallen hat

An einzelnen Ständen wurde es zeitweise etwas eng, und bei größerem Andrang waren ausführliche Gespräche nicht immer möglich. Auch die Orientierung hätte an manchen Stellen noch etwas eindeutiger sein können. Das sind jedoch eher praktische Details als grundsätzliche Kritik am Konzept.

Mein Fazit zur Just Whisky 2025

Die Just Whisky Hamburg ist für mich vor allem eine Messe für Menschen, die nicht bloß bekannte Flaschen wiederfinden möchten. Ihre Stärke liegt in den kleineren Ausstellern, den persönlichen Gesprächen und der Möglichkeit, Whisky abseits der üblichen Standards kennenzulernen.

Man muss nicht jeden Dram probieren und nicht jede Neuerscheinung kennen. Viel wichtiger ist es, neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen und herauszufinden, weshalb ein Whisky gefällt – oder eben nicht.

Genau darin liegt für mich der Wert einer solchen Veranstaltung. Sie erweitert nicht nur die persönliche Liste verkosteter Whiskys. Sie verändert im besten Fall den Blick auf das Getränk selbst.

Die Just Whisky 2025 war deshalb kein Tag, an dem ich Whisky einfach nur konsumiert habe. Sie war ein weiterer Abschnitt auf meinem eigenen Whiskyweg: mit neuen Eindrücken, interessanten Begegnungen und einigen offenen Fragen, denen ich auch nach der Messe weiter nachgehen möchte. Die Just Whisky 2026 findet übrigens am 18. und 19. September 2026 statt und ich werde auf jeden Fall kurz vorbeischauen!


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