Whiskywissen · Tasting Notes · Geschichten

Big stories, wee drams!

Warum Big Dram Notes? Mein persönlicher Weg zum Whisky

·

Whisky kann man messen, vergleichen und bewerten. Man kann über Alkoholstärke, Fassarten, Brennblasen, Reifezeiten und Punktzahlen sprechen. All das ist interessant und all das wird auch bei Big Dram Notes seinen Platz bekommen.

Aber für mich ist Whisky mehr als eine Spirituose, die man nach einem festen Schema beurteilt. Whisky ist eine Reise. Manchmal sogar im ganz wörtlichen Sinne.

Mein Einstieg begann nicht mit einer Punktetabelle

Mein Interesse an Whisky entstand vor allem durch Reisen und durch die Orte, an denen Whisky hergestellt wird. Mich hat von Anfang an nicht nur interessiert, wie ein Whisky schmeckt. Ich wollte verstehen, woher er kommt, wer ihn produziert und warum er genau so geworden ist.

Eine Flasche erzählt schließlich immer auch etwas über ihre Herkunft: über Landschaften, Menschen, Traditionen und Entscheidungen. Über Gerste und Wasser, über Holz und Zeit – aber ebenso über wirtschaftliche Entwicklungen, persönliche Überzeugungen und manchmal auch über eine gehörige Portion Mut.

Ich hatte natürlich auch vorher schon Whisky getrunken. Doch zwischen gelegentlichem Probieren und einer echten Leidenschaft liegt ein großer Unterschied. Und ich mochte lange keinen Whisky, obwohl ich dies immer gerne gewollt hätte.

Diesen Unterschied zwischen Probieren und Leidenschaft habe ich 2022 verstanden.

Tomatin 2022: Der Moment, in dem es ernst wurde

Der Besuch der Tomatin Distillery war für mich ein Wendepunkt.

Tomatin liegt südlich von Inverness in den schottischen Highlands. Schon die Lage vermittelt etwas von dem, was Whisky für mich bis heute ausmacht: Man verlässt die größeren Straßen, die Landschaft wird weiter, und irgendwann steht man an einem Ort, an dem seit Generationen Whisky produziert wird.

Was mich dort besonders beeindruckt hat, war jedoch nicht allein die Technik. Es waren nicht nur die Brennblasen, die Lagerhäuser oder die Fässer.

Es waren vor allem die Menschen.

Die Atmosphäre bei Tomatin war freundlich, offen und erstaunlich persönlich. Unsere Mitarbeiterin Fiona führte uns mit einer Begeisterung durch die Brennerei, die nicht einstudiert wirkte. Sie erzählte nicht nur Fakten, sondern vermittelte das Gefühl, dass hinter Tomatin Menschen stehen, denen dieser Ort und sein Whisky tatsächlich etwas bedeuten.

Natürlich war auch der Whisky hervorragend. Aber entscheidend war etwas anderes: Zum ersten Mal kamen für mich Geschmack, Herstellung, Ort und Menschen vollständig zusammen.

Tomatin war deshalb nicht einfach eine weitere Station einer Schottlandreise. Es war mein ernsthafter Einstieg in die Welt des Whiskys.

Von diesem Moment an wollte ich mehr wissen. Mehr probieren. Mehr verstehen. Und vor allem: mehr Geschichten kennenlernen.

Warum keine reine Tasting-Seite?

Im Internet gibt es bereits zahlreiche ausgezeichnete Whiskyseiten. Viele davon arbeiten mit sehr detaillierten Tasting Notes, Punktesystemen und Rankings. Das kann hilfreich sein – besonders dann, wenn man sich vor einem Kauf informieren oder verschiedene Abfüllungen miteinander vergleichen möchte.

Big Dram Notes soll trotzdem keine weitere reine Bewertungsseite werden.

Ich möchte Whisky nicht auf die Frage reduzieren, ob eine Abfüllung nun 84, 87 oder 91 Punkte verdient. Geschmack ist persönlich. Er hängt von Erfahrungen, Erwartungen, Stimmungen und manchmal sogar vom Ort ab, an dem man einen Whisky trinkt.

Ein Dram am Ende eines langen Tages kann anders wirken als derselbe Whisky bei einer professionellen Verkostung. Eine Abfüllung, die technisch beeindruckend ist, muss mich nicht zwangsläufig berühren. Umgekehrt kann ein vermeintlich einfacher Whisky genau im richtigen Moment einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Deshalb wird es bei Big Dram Notes selbstverständlich Tastings und Geschmacksbeschreibungen geben. Sie sollen aber nicht alles überlagern.

Mich interessiert nicht nur: Wie schmeckt dieser Whisky?

Mich interessieren auch die Fragen:

Was macht ihn besonders? Wer steckt dahinter? In welchem Zusammenhang steht er? Und was löst er bei mir persönlich aus?

Persönliche Eindrücke statt vermeintlich objektiver Wahrheiten

Ich werde auf dieser Seite nicht den Anspruch erheben, die allgemeingültige Wahrheit über einen Whisky zu verkünden.

Wenn ich eine Abfüllung mag, bedeutet das nicht, dass jeder andere sie ebenfalls mögen muss. Wenn mich ein Whisky nicht erreicht, macht ihn das nicht automatisch schlecht.

Persönliche Eindrücke bedeuten für mich, ehrlich zu beschreiben, was ich erlebt und wahrgenommen habe.

Das kann der Geschmack eines Whiskys sein. Es kann aber ebenso eine Begegnung auf einer Messe, ein Gespräch mit einem unabhängigen Abfüller oder eine Führung durch eine Brennerei sein. Manchmal bleibt eine einzelne Aromennote im Gedächtnis. Manchmal ist es die Geschichte hinter der Flasche. Und manchmal erinnert man sich Jahre später vor allem an die Menschen, mit denen man den Dram geteilt hat.

Genau diese Verbindung möchte ich festhalten.

Der Name Big Dram Notes steht deshalb nicht nur für klassische Verkostungsnotizen. Die „Notes“ sind meine persönlichen Aufzeichnungen entlang eines Whiskyweges, der längst nicht abgeschlossen ist.

Ich bin dabei kein allwissender Experte, der von oben herab erklärt, was richtig und falsch ist. Ich bin ein begeisterter Whiskyfreund, der weiter lernt, ausprobiert, reist und seine Erfahrungen teilen möchte.

Was euch bei Big Dram Notes erwartet

Die Themen werden so vielfältig sein wie die Whiskywelt selbst.

Ich werde von Brennereibesuchen und Reisen berichten – von großen Namen ebenso wie von Orten, die vielleicht weniger im Mittelpunkt stehen. Messebesuche, Tastings und persönliche Begegnungen werden ebenso eine Rolle spielen wie unabhängige Abfüller und besondere Flaschen.

Daneben soll es Hintergrundwissen geben, das verständlich bleibt. Wie beeinflussen unterschiedliche Fässer den Whisky? Was unterscheidet Regionen und Stile? Welche Bedeutung haben Flaschengrößen, Alkoholstärken oder Altersangaben? Und welche Entwicklungen könnten die Whiskywelt künftig verändern?

Auch unbequeme oder ungewöhnliche Fragen sollen ihren Platz bekommen. Muss eine Whiskyflasche immer 700 Milliliter enthalten? Wird Whisky zunehmend zum Sammlerobjekt statt zum Genussmittel? Wie viel Marketing steckt in manchen Geschichten? Und brauchen wir wirklich für jede Abfüllung eine Punktzahl?

Natürlich werde ich auch über Whiskys schreiben, die mir besonders gut gefallen. Über süße und fruchtige Abfüllungen, über Sherry- und andere spannende Fassreifungen und über Rauch, der eher an ein Lagerfeuer erinnert als an eine medizinische Hausapotheke.

Doch Big Dram Notes soll nicht nur eine Sammlung meiner Vorlieben werden. Entscheidend bleibt der Blick auf das Ganze.

Eine Einladung, den Weg mitzugehen

Diese Seite beginnt nicht mit der Behauptung, bereits alles über Whisky zu wissen.

Sie beginnt mit Neugier.

Mit der Erinnerung an eine Reise nach Schottland. Mit einer Brennerei in den Highlands. Mit einer großartigen Führung bei Tomatin. Und mit dem Moment, in dem aus Interesse echte Begeisterung wurde.

Seitdem ist viel passiert. Ich habe neue Abfüllungen entdeckt, Messen besucht, Menschen aus der Whiskywelt kennengelernt und festgestellt, wie groß und vielfältig dieses Thema tatsächlich ist.

Big Dram Notes ist der Ort, an dem ich meine Erfahrungen künftig sammeln und teilen möchte.

Nicht als Lexikon. Nicht als Rangliste. Und nicht als Bühne für vermeintlich endgültige Urteile.

Sondern als persönlicher Whiskyweg – mit Wissen, Genuss, Einordnung und Geschichten.

Vielleicht entdeckt ihr dabei eine Flasche, die euch neugierig macht. Vielleicht plant ihr nach einem Beitrag euren ersten Brennereibesuch. Vielleicht stimmt ihr mir zu, vielleicht widersprecht ihr mir auch deutlich.

Beides gehört dazu.

Denn am Ende lebt Whisky nicht von Punktzahlen.

Er lebt von den Menschen, den Orten und den Momenten, die wir mit ihm verbinden.

Willkommen bei Big Dram Notes.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert